Hallo.

Dieser Beitrag hilft Euch hoffentlich beim Autokauf raffiniert versteckte Defekte im Fahrzeug aufzudecken und eine passende dafür Vorgehensweise zu wählen.

Ich möchte mit diesem Schreiben alle Beweisstücke sichern, die mich nach dem Kauf des Fahrzeugs BMW 520D mit der VIN C253051 bei Markus M. Händler sehr enttäuscht haben. In erster Linie beruht die Enttäuschung auf Vertuschung bekannter Tatsachen. Die Leser sollten selbst entscheiden, ob es O.K. ist und sollten auch beim Kauf besonders auf Sachen achten, die in Deutschland für kaum denkbar gehalten werden können, besonders nach einem vertrauensvollem Gespräch mit dem Händler/Verkäufer, der NUR positive Bewertungen hat und auch sehr vertrauenswürdig vorgekommen ist.

Ich habe einen passenden Wagen bei mobile.de gefunden. Lt. Beschreibung war es genau der richtige, trotz etwas hohen Preises habe ich dabei auf einen guten Zustand gesetzt. Ich habe den Händler Markus M. kontaktiert um nochmals über den allgemenen Zustand des Wagen zu erfahren. Er hat den Wagen mehrmals gelobt und den super guten Zustand und keine bekannte Defekte mehrmals bestätigt.
Während der Probefahrt konnte ich mit meiner Begleitperson Hooron C. sofort feststellen, daß die Leistung relativ schwach war. Leider hatten wir keinen Vergleichswagen, um die Leistung genau zu vergleichen. Darauf hat der Händler gemeint – es sei normal und in Ordnung, ist ja auch nur 2 Liter Hubraum und nicht 3! Ok, dies haben wir auch dem Händler geglaubt! Es gab noch ein kleiner sichtbare Kratzer (später mehr dazu.), sonst nur die Kleinigkeiten, die wir gesehen haben.
Der Händler hat sich dann um spezielle Kennzeichen gekümmert und soweit alles für die Abholung vorbereitet. Als ich den Wagen abgeholt habe, war ich nach ca. 100 km wegen merkwürdigem Geräusch und noch mehr Leistungsverlust stehen geblieben. Als erstes habe ich das Öl kontrolliert und konnte feststellen, daß die Anzeige am Ölstab sich über 2,5cm über das  Maximum befand (Diesel im Öl). Ich habe sofort den Händler verständigt und dieser hat den Wagen abgeschleppt. Er stellte sich lt. Aussage des Händlers fest, daß ein Ventil 20fache Menge an Diesel einspritzte und der Überschuss in die Ölwanne gelangte.
Die Leistung ist nach der Reparatur spürbar gestiegen und ich konnte mein Ziel in Frankfurt mit zweitem Anlauf und erneuter Fahrt aus Frankfurt nach ***Stadt anonymisiert*** (Richtung Erfurt) endlich erreichen. Das Fazit bis jetzt:

– Der Wagen wurde gleich mit dem defekten Ventil verkauft, da die Leistung auch während der Probefahrt zu schwach war.

 Ich habe jetzt auch grosse Zweifeln, ob es mit dem Ventiltausch auch das Öl samt Ölfilter getauscht wurden, da die nachfolgenden Beobachtungen es widersprechen würden:
Anbei ist die Liste aller Defekte, die ich bis heute entdecken konnte und über die der Händler angeblich nichts gewusst hätte! Diese Defekte wurden sowohl von mir selbst, als auch von einer BMW Werkstatt diagnostiziert und zum Teil repariert. Die anderen Reparaturen wären mir viel zu teuer und ich musste darauf verzichten. Der Händler hat den Wagen mehrmals gewartet und sollte sehr wohl über alles wissen, geschweige von der Art und Weise wie die unvermeidlichen Reparaturen durchgeführt wurden:
– Waschpumpe für die Scheinwerfer defekt.

– AUC Sensor defekt (stand schon längst im Fehlerspeicher).

– Viscokupplung ist sehr laut beim Fahren!

– Kabelbaum im Kofferraum zum Teil defekt, deshalb ging die Rückleuchte nicht. (Rechnung für die Reparatur bei der BMW Werkstatt liegt bei). Ich habe höchstens nach dem Kauf ein Mal den Kofferraum geöffnet und die Rückleuchte war schon aus! Ich kann mich auch nicht daran erinnern, daß ich diese früher geprüft bzw. leuchtend gesehen habe. Der Händler meint dagegen, es hat doch alles funktioniert!

– Die Fußraum Beleuchtung Beifahrer Defekt (zum Glück nur die Lampe!)

– Die Batterie war ganz am Ende. Der Händler meinte es lag daran, daß der Wagen längere Zeit stand und er hat den Akku aufgeladen und gemeint – es sei jetzt alles in Ordnung! Es kann nicht der Wahrheit entsprechen, weil jeder Ladegerät hätte den schlechten Zustand der Batterie zeigen müssen aber es wurde nichts gesagt. In 2,5 Wochen konnte der Wagen nicht mehr gestartet werden. Die Meldung am Bordcomputer sprang immer auf.

– Der Klima Regler war von innen gebrochen und einfach reingesteckt, deshalb war sogar locker beim Drehen. Dies war bei der Probefahrt nicht aufgefallen, den man prüft normalerweise nicht alle Knöpfe und Regler! Es gibt hier keine Möglichkeit den Regler einzeln zu tauschen, sondern nur das ganze Panel (ca. 1.000€). Die Aussage der Händlers darauf war so dreist, daß es mich hauptsächlich dazu bewegt hat diesen Bericht zu schreiben. Der Händler hat mir geschrieben – es ist kein Zug- sondern ein Drehregler!!! Und er hat davon angeblich auch nichts gewusst, weil keiner am Regler zieht. Ich habe es selbst beschädigt, dies wäre die einzige Schlußfolgerung. Es ärgert mich bis heute noch! Als ich es bei BMW reparieren wollte, haben die BMW Mitarbeiternur mit dem Kopf geschüttelt, als der Knopf mit Innerem einfach rausfällte.

– Mein persönlicher Eindruck – im Wagen wurde geraucht, obwohl es nach Aussage des Händlers kein Rauchfahrzeug war und auch nicht als solcher verkauft wurde. Das Fahrzeug wurde so stark „parfümiert“, daß alle Gerüche überdeckt wurden. Erst nach der echten Reinigung kamen die alten Gerüche des Fahrzeugs wieder hoch. Es wurde auch ein Feuerzeug im Auto gefunden.

– Nachdem der Wagen gründlich gewaschen wurde, sind dutzende Kratzer sichtbar geworden, die durch die oberflächliche Politur seitens Verkäufer unsichtbar gemacht worden sind.
Unsichtbarer Kratzer, erst nach dem Waschen stark sichtbar geworden.

Dieser Kratzer war beim Kauf kaum zu sehen. Der Händler meinte es hätte jemand den Wagen beim Gehen leicht berührt, dann passiert so was. Nach dem Waschen, sah es noch viel schlimmer aus (siehe das Foto).

– Unvollständige Papiere (COC fehlt), der Reserveschlüssel im Handschufach fehlt, das Bordwerkzeug unvollständig. Gepäckraum min. ein Trennelement fehlt, Deckel 12V fehlt, einige Muttern und Schrauben fehlten.

Weitere Ärgernisse, die kürzlich bekannt geworden sind:
Anstatt die Defekte zu reparieren, indem man die Ersatzteile kauft, wurden diese entweder auf billige Art und Weise mit Silikon zusammengeklebt, ab-/angeschliffen oder einfach so gelassen, als wäre es für einen erfolgreichen Weiterverkauf überflüssig.
Da der Verkäufer als langjähriger „Betreuer“ des Wagens das Hand ins Feuer gelegt hat und eine mündliche Garantie über den Superzustand abgegeben hat, dementsprechend den Wagen auch relativ teuer verkaufen konnte, fühle ich mich somit doppelt verarscht! Die Defekte waren definitiv bekannt, sonst dürfte dieser Händler kein spezialisierter BMW Händler sein.

Mit Silikon befestigte Teile oder zugeschmierte Risse:
– Windschutzscheibe wurde auf eine günstige und nicht originale getauscht. Die Abstände von dem Rahmen links und rechts unterscheiden sich um mehr, als 1 cm. Die Anbauteile haben zum Teil gefehlt – die Befestigungsclips (unter der Scheibe) waren fast alle locker! Unter diesen Clips war reichlich an Silikon oder ähnlichem Gummiartigen Stoff. Die Clips lassen sich sogar nicht mehr in die richtige Position drehen, weil darunter alles verklebt und zugeschmiert ist.
Dies deutet auf eine minderwertige Arbeit, nach dem Motto – „Hauptsache schnell und billig“



Fehlende Anbauteile

Die „Blende Wasserrinne vorne rechts“ war ohne Klamer überhaupt nicht befestigt (im Foto schon von mir in die richtige Position gesetzt) und einfach in der Rinne auf der falschen Position. Wenn es keine Motorhaube gäbe, würde das Ding bei der Fahrt einfach wegfliegen. Ich habe es unter die obere Abdeckung eingeführt und die fehlenden zwei Klamer bestellt und eingeklipst. Die Frage ist – wer hat die Windschutzscheibe getauscht? Bestimmt keine spezialisierte Werkstatt!

Der Reinluftkanal war zertrümmert und auf billige Art und Weise mit dem Silikon zusammengeklebt. Ganz dicht sieht es nicht aus, weil in der Schacht schon viel Dreck war. Die eingesaugte Luft ist nicht immer rein. Wusste der Händler nichts davon? Der Händler hat doch die letzten Service Intervalle durchgeführt. Wer würde das Teil so reparieren? Bestimmt nicht der frühere Besitzer. Darf man die Teile so reparieren? Es konnte nur von einer im Checkheft angegebenen Werkstatt passieren.

Mit SIlikon zusammengeklebt

Das linke Aussenspiegel war angeblich beschädigt und nicht fachgerecht repariert! Der zerbrochene Plastikteil/Halterung wurde einfach abgeschliffen und evtl. mit irgendeinem Material wie Silikon zugeschmiert, so daß man es nicht sofort merkt. Auch das Spiegel liegt etwas schief im Gehäuse. Beim Einstellen schleift somit das Spiegel leicht an der inneren Halterung. Vielleicht gibt es noch weitere innere und nicht fachgerecht behobene Defekte, die mir bis jetzt nicht bekannt sind. Es sind Sachen, die erst Tage/Wochen später auffallen, wenn man etwas tauscht und weiter in das innere des Fahrzeugs gelangt! Mein Tipp – das Auto gründlich ABWASCHEN und nochmals von allen Seiten überpüfen. Wenn man versteckte Stellen findet, Finger davon lassen!

Riss war anfangs nicht aufgefallen, evtl. irgendwie verdeckt

Reparieren durch Schleifen?

Ich habe den Wagen nur oberflächlich anschauten können, weil der Verkäufer mir sehr vertrauenswürdig vorgekommen ist und mir mehrmals garantiert hat, daß der Wagen in einem super Zustand sei. Es war auch kein günstiger Preis. Da erwartet man schon einen beschriebenen Zustand!
Oberflächlich konnte ich nicht viel aussetzen, bis der Wagen das erste Mal in der Waschstrasse gewaschen wurde. Mit der nachträglichen Aussage – was ich von der „alten Kiste erwarte“, kann ich es nicht einfach so stehen lassen, weil es VOR dem Verkauf ganz anderes klang, nämlich – „Der Wagen ist in einem sehr guten und gepflegten Zustand!“
Jeder muss für seine Taten mit Konsequenzen rechnen. Die Bewertungen des Händlers können einfach nicht stimmen wenn man meinen Fall gründlich analysiert. Es kann kein Einzelfall sein. Es sieht so aus, als wären die Bewertungen zum grössten Teil manipuliert oder beruhen auf Unwissenheit vieler Käufer. Andererseits passt hier vieles nicht zusammen.
Einen Zeugen, der alle Aussagen des Händlers mitgehört hat, hatte ich dabei. Keiner von uns hat ein Interesse etwas schlechtes dem Händler anzudrehen, sondern im Gegenteil haben wir auf ein gemeinsames Konsens sehr viel Wert gelegt und sehr ehrlich miteinander gesprochen, sogar über das private.
Alle Sparmaßnahmen, Vertuschungen oder billigen Reparaturen (wenn man es so nennen darf) dürfen nicht einfach so ohne Folgen enden. Es wäre alles nicht passiert, wenn der Verkäufer ehrlich gewesen wäre und alle Fragen beantwortet hätte, sowie auf bereits bekannte Defekte angewiesen hätte, wäre es nicht soweit gekommen, weil ich den Wagen nicht gekauft hätte. Ganz fatal finde ich das Zusenden von Ebay Links mit gebrauchten und nicht originalen BMW Teilen, um die von mir gefundene Defekte zu reparieren. D.h. diese Praktik wird in der Werkstatt angewandt – billig und schnell!
Bis jetzt investierte Reparaturkosten meinerseits betrugen ca. 1.300€. Um den Rest zu reparieren, damit der Zustand wie erwartet ist, wären noch mindestens weitere 2.000€ – 2.500€ notwendig. Für den Preis könnte ich bereits einen F11 mit etwas mehr Laufleistung kaufen.

Leon M.